Genieße Deine Angst. Sie ist ein natürlicher Schutzmechanismus Deines Körpers, der eine Gefahr wahrgenommen hat. Er aktiviert den Sympathikus (Teil des autonomen Nervensystems), um Dich auf Angriff, Flucht oder Einfrieren vorzubereiten. Das Blut wird vom Verdauungsapparat weg in die Muskeln gepumpt, falls Du laufen oder kämpfen musst, daher bekommst Du Magendrücken. Die Muskeln fangen an zu Zittern, weil sie überversorgt sind. Es bricht leichter Schweiß aus, damit der Körper runtergekühlt wird, ebenfalls, falls gleich gelaufen oder gekämpft werden muss. Die Köperhaare werden aufgestellt, falls ein potenzieller Feind von Deiner Größenveränderung in Deiner optischen Erscheinung abgeschreckt werden kann. Daher durchfahren dich Schauer. Es wird Adrenalin ausgeschüttet, damit alle Systeme schneller reagieren, Adrenalin macht Missempfindungen auf der Haut. Für die gleichen Symptome geben wir Geld aus, wenn wir in die Achterbahn oder Geisterbahn steigen. Nur dass wir da das Kribbeln und die Aufregung genießen. So kannst Du es mit jeder Angst tun. Ich genieße heute jede Angst als Zeichen von Vitalität und Gesundheit meines Körpers. Wer keine Angst verspürt, muss sich Gedanken um seine geistige Gesundheit machen. Angst gehört zum Tuschkasten der Gefühle. Jedes Gefühl wird gebraucht und hat zu bestimmten Zeiten seine Berechtigung. Angst zu haben ist keine Störung. Angst vor der Angst ist eine Störung, denn wer Angst hat, Angst zu haben, muss 24 Stunden Angst haben, denn Angst wird kommen und lässt sich nicht vermeiden, so wie sich das Atmen nicht vermeiden lässt. Angst kommt und geht, wenn man sie nicht bekämpft. Meine Angst ist willkommen. Ich freue mich, wenn es drückt und kribbelt. Angst ist der ständige Begleiter des Mutigen. Und weil meine Angst kommen darf, wann und wie sie will, geht sie auch regelmäßig wieder.